1. August 2018
7. Januar 2026
11. Juni 2026
(1) Dem Ehegatten oder dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 2 besitzt, kann aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Gleiches gilt für die Eltern eines minderjährigen Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 2 besitzt, wenn sich kein personensorgeberechtigter Elternteil im Bundesgebiet aufhält; § 5 Absatz 1 Nummer 1 und § 29 Absatz 1 Nummer 2 finden keine Anwendung. Ein Anspruch auf Familiennachzug besteht für den genannten Personenkreis nicht. Die §§ 22, 23 bleiben unberührt.
(2) Humanitäre Gründe im Sinne dieser Vorschrift liegen insbesondere vor, wenn
- 1.
- die Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft seit langer Zeit nicht möglich ist,
- 2.
- ein minderjähriges lediges Kind betroffen ist,
- 3.
- Leib, Leben oder Freiheit des Ehegatten, des minderjährigen ledigen Kindes oder der Eltern eines minderjährigen Ausländers im Aufenthaltsstaat ernsthaft gefährdet sind oder
- 4.
- der Ausländer, der Ehegatte oder das minderjährige ledige Kind oder ein Elternteil eines minderjährigen Ausländers schwerwiegend erkrankt oder pflegebedürftig im Sinne schwerer Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten ist oder eine schwere Behinderung hat. Die Erkrankung, die Pflegebedürftigkeit oder die Behinderung sind durch eine qualifizierte Bescheinigung glaubhaft zu machen, es sei denn, beim Familienangehörigen im Ausland liegen anderweitige Anhaltspunkte für das Vorliegen der Erkrankung, der Pflegebedürftigkeit oder der Behinderung vor.
(3) Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 oder Satz 2 ist in der Regel ausgeschlossen, wenn
- 1.
- im Fall einer Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 erste Alternative die Ehe nicht bereits vor der Flucht geschlossen wurde,
- 2.
- der Ausländer, zu dem der Familiennachzug stattfinden soll,
- a)
- wegen einer oder mehrerer vorsätzlicher Straftaten rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist,
- b)
- wegen einer oder mehrerer vorsätzlicher Straftaten gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die sexuelle Selbstbestimmung, das Eigentum oder wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechtskräftig zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe verurteilt worden ist, sofern die Straftat mit Gewalt, unter Anwendung von Drohung mit Gefahr für Leib oder Leben oder mit List begangen worden ist oder eine Straftat nach § 177 des Strafgesetzbuches ist; bei serienmäßiger Begehung von Straftaten gegen das Eigentum gilt dies auch, wenn der Täter keine Gewalt, Drohung oder List angewendet hat,
- c)
- wegen einer oder mehrerer vorsätzlicher Straftaten rechtskräftig zu einer Jugendstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt und die Vollstreckung der Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt worden ist, oder
- d)
- wegen einer oder mehrerer vorsätzlicher Straftaten nach § 29 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Betäubungsmittelgesetzes rechtskräftig verurteilt worden ist,
- 3.
- hinsichtlich des Ausländers, zu dem der Familiennachzug stattfinden soll, die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis und die Erteilung eines anderen Aufenthaltstitels nicht zu erwarten ist, oder
- 4.
- der Ausländer, zu dem der Familiennachzug stattfinden soll, eine Grenzübertrittsbescheinigung beantragt hat.
(4) § 30 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, Absatz 2 Satz 1 und Absatz 4 sowie § 32 Absatz 3 gelten entsprechend.
(5) § 27 Absatz 3 Satz 2 und § 29 Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 finden keine Anwendung.
Fachbeiträge • 58
- 1. Familiennachzug bei subsidiärem SchutzEingeschränkter ZugriffFamilum – Rechtsanwaltskanzlei Weber · www.familum.de · 27. Juli 2026
- 2. Familiennachzug zum EhegattenEingeschränkter ZugriffFamilum – Rechtsanwaltskanzlei Weber · www.familum.de · 27. Juli 2026
- 3. Weisung des Auswärtigen Amtes zu Härtefällen beim Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten veröffentlichtEingeschränkter Zugriffwww.der-paritaetische.de · 6. Oktober 2025
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- 7. Ehegattennachzug abgelehnt - die Monatsfrist für die KlageEingeschränkter ZugriffElena Peony · https://anwaltskanzlei-peony.de/ · 16. Mai 2026
- 8. Voraussetzungen für den Familiennachzug zu subsidiär SchutzberechtigtenEingeschränkter ZugriffCarl Christian Müller · www.mueller.legal · 13. Dezember 2022
Öffentliche Quellen • 104
- 1. 19/5815 - Schriftliche Fragen: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 12. November 2018 eingegangenen Antworten der BundesregierungBundestag Drucksachen · 16. November 2018
- 2. 19/4317 - Schriftliche Fragen: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 10. September 2018 eingegangenen Antworten der BundesregierungBundestag Drucksachen · 14. September 2018
- 3. 19/6493 - Unterrichtung: Bericht über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018Bundestag Drucksachen · 19. Dezember 2018
- 4. 19/6322 - Fragen: Fragen für die Fragestunde der 70. Sitzung des Deutschen Bundestages am Mittwoch, dem 12. Dezember 2018Bundestag Drucksachen · 7. Dezember 2018
- 5. 19/2438 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten (Familiennachzugsneuregelungsgesetz)Bundestag Drucksachen · 4. Juni 2018
- 6. 19/4420 - Fragen: Fragen für die Fragestunde der 51. Sitzung des Deutschen Bundestages am Mittwoch, dem 26. September 2018Bundestag Drucksachen · 21. September 2018
- 7. 19/5388 - Antwort: auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/4825 - Umsetzung der Menschenrechte von Frauen im UN-ZivilpaktBundestag Drucksachen · 29. Oktober 2018
- 8. 19/4421 - Schriftliche Fragen: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 17. September 2018 eingegangenen Antworten der BundesregierungBundestag Drucksachen · 21. September 2018