Version
1. Januar 2002
1. Januar 2002
>
Version
2. Februar 2026
2. Februar 2026
Wichtiger Hinweis: Die für Artikel vor dem 3. Februar 2026 angezeigten Inkrafttretensdaten können vereinzelt ungenau sein. Bitte beachten Sie, dass der Gesetzestext selbst auf dem neuesten Stand ist und verlässlich verwendet werden kann.
(1) Wird auf Räumung von Wohnraum erkannt, so kann das Gericht auf Antrag oder von Amts wegen dem Schuldner eine den Umständen nach angemessene Räumungsfrist gewähren. Der Antrag ist vor dem Schluss der mündlichen Verhandlung zu stellen, auf die das Urteil ergeht. Ist der Antrag bei der Entscheidung übergangen, so gilt § 321; bis zur Entscheidung kann das Gericht auf Antrag die Zwangsvollstreckung wegen des Räumungsanspruchs einstweilen einstellen.
(2) Ist auf künftige Räumung erkannt und über eine Räumungsfrist noch nicht entschieden, so kann dem Schuldner eine den Umständen nach angemessene Räumungsfrist gewährt werden, wenn er spätestens zwei Wochen vor dem Tag, an dem nach dem Urteil zu räumen ist, einen Antrag stellt. §§ 233 bis 238 gelten sinngemäß.
(3) Die Räumungsfrist kann auf Antrag verlängert oder verkürzt werden. Der Antrag auf Verlängerung ist spätestens zwei Wochen vor Ablauf der Räumungsfrist zu stellen. §§ 233 bis 238 gelten sinngemäß.
(4) Über Anträge nach den Absätzen 2 oder 3 entscheidet das Gericht erster Instanz, solange die Sache in der Berufungsinstanz anhängig ist, das Berufungsgericht. Die Entscheidung ergeht durch Beschluss. Vor der Entscheidung ist der Gegner zu hören. Das Gericht ist befugt, die im § 732 Abs. 2 bezeichneten Anordnungen zu erlassen.
(5) Die Räumungsfrist darf insgesamt nicht mehr als ein Jahr betragen. Die Jahresfrist rechnet vom Tage der Rechtskraft des Urteils oder, wenn nach einem Urteil auf künftige Räumung an einem späteren Tage zu räumen ist, von diesem Tage an.
(6) Die sofortige Beschwerde findet statt
- 1.
- gegen Urteile, durch die auf Räumung von Wohnraum erkannt ist, wenn sich das Rechtsmittel lediglich gegen die Versagung, Gewährung oder Bemessung einer Räumungsfrist richtet;
- 2.
- gegen Beschlüsse über Anträge nach den Absätzen 2 oder 3.
(7) Die Absätze 1 bis 6 gelten nicht für Mietverhältnisse über Wohnraum im Sinne des § 549 Abs. 2 Nr. 3 sowie in den Fällen des § 575 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Endet ein Mietverhältnis im Sinne des § 575 des Bürgerlichen Gesetzbuchs durch außerordentliche Kündigung, kann eine Räumungsfrist höchstens bis zum vertraglich bestimmten Zeitpunkt der Beendigung gewährt werden.
Fachbeiträge • 18
- 1. Breiholdt Rechtsanwälte BerlinEingeschränkter ZugriffKai-Peter Breiholdt · https://www.breiholdt-legal.de/blog/
- 2. Fehlender Ersatzwohnraum als Härtefall?Eingeschränkter ZugriffRalf Mydlak · https://mietrechtkompakt.de/ · 10. April 2026
- 3. Vollstreckungsrechtliche Besonderheiten im WEG- oder mietrechtlichen Mandat (18.11.2026)Eingeschränkter Zugriffhttps://www.anwaltverlag.de/blog/
- 4. Vollstreckungsrechtliche Besonderheiten im WEG- oder mietrechtlichen Mandat (18.11.2026)Eingeschränkter Zugriffhttps://www.anwaltverlag.de/blog/
- 5. Corona und Geschäftsraummiete: Wie urteilen die Gerichte?Eingeschränkter ZugriffJohannes Hofele · https://www.breiholdt-legal.de/blog/
- 6. Breiholdt Rechtsanwälte BerlinEingeschränkter ZugriffKai-Peter Breiholdt · https://www.breiholdt-legal.de/blog/
- 7. Mietrecht und FristenEingeschränkter ZugriffDirk Tholl · https://kanzlei-tholl.de/blog/blog.html · 21. Januar 2026
- 8. Räumungsfrist im Rahmen eines Hinweisbeschlusses nach § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPOEingeschränkter Zugriffhttps://www.otto-schmidt.de/ · 7. September 2025